Wir gratulieren: Die Schweiz ist Europameister! Leider jedoch in einer nicht so rühmlichen Disziplin, nämlich bei der Anzahl Einbrüchen. Die Schweiz weist in Relation zur Bevölkerung die grösste Anzahl an Einbrüchen in ganz Europa auf. Alle 9 Minuten findet durchschnittlich ein Einbruch statt, das sind mehr als 160 Einbrüche im Tag.

einbruchstatistik

Trügerische Sicherheit der Alarmanlage

Um dieser ungemütlichen Situation zu begegnen, installieren viele Hausbesitzer  eine Alarmanlage. Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Jedoch verschaffen diese vor allem den Hausbesitzern ein beruhigendes Gefühl und verhindern nicht unbedingt einen Einbruch. Wenn ein Einbruchsprofi die Wahl hat zwischen einem mit Alarmanlage gesicherten Haus und einem ungesicherten, wird er klar das ungesicherte wählen.

Jedoch sind die Einbrecher unterdessen so professionell und schnell unterwegs, dass sie sich nicht von einer blinkenden und schrillenden Alarmsirene ablenken lassen. Kurz einsteigen, alles Verwertbare einpacken und nach ein bis zwei Minuten wieder verschwinden. Besonders Gelegenheitstäter sind schon mit geringer Beute zufrieden. Einbrecher nehmen somit bewusst in Kauf, dass der Alarm ausgelöst wird. Der Nachbar nebenan vermutet bei der schrillenden Alarmsirene in der Abenddämmerung nur, dass wieder mal versehentlich ein Fehlalarm ausgelöst wurde. Und bis die alarmierte Security-Firma eintrifft, sind die unerwünschten Gäste schon lange über alle Berge.

Was soll der Hausbesitzer also unternehmen?

Die Alarmanlage – ein Kinderspielzeug

Das Zauberwort heisst Prävention. Wenn die bösen Jungs mal im Haus sind, lassen sie sich nicht durch eine Alarmanlage aufhalten. Das Ziel ist somit, durch präventive Massnahmen das eigentliche Eindringen ins Haus zu verhindern. Einerseits bieten diesbezüglich sicher physische Massnahmen wie Fenster aus Verbundsicherheitsglas und verschraubte Lichtschächte im Keller einen guten Schutz.

Andererseits kann man das Haus präventiv auch durch Smart Home Systeme schützen, die eine herkömmliche Alarmanlage wie Kinderspielzeug aussehen lassen. So meldet ein solches System beispielsweise, bevor Sie morgens das Haus verlassen, per Durchsage oder LED auf dem Taster, dass noch ein Fenster offen steht. Die Essenz dieser Smart Home Systeme ist jedoch, dass diese nicht nur Zugriff auf die Fensterkontakte und Bewegungsmelder haben, sondern das ganze Haus inklusive Licht, Jalousien und Audiosystem kontrollieren können. Dadurch sind viel ausgeklügeltere Schutzmassnahmen möglich.

Wenn Sie Ihren Wachhund nicht füttern müssen

Einbrecher leben von kalkulierbaren Risiken. Sie können gut damit umgehen, dass sie während ihrer Arbeit von lautem Schrillen gestört werden. Was sie jedoch vermeiden möchten, sind überraschende Begegnungen mit einer unberechenbaren Person oder einem scharfen Wachhund. Dies erhöht ihr Risiko um Faktoren. Das Ziel ist also, ihnen zu suggerieren, dass sie beim Eindringen mit grosser Wahrscheinlich genau auf solche Lebewesen treffen werden.

Einige Hausbesitzer lassen bei Abwesenheit die Stehlampe im Wohnzimmer per Zeitschaltuhr um 19 Uhr abends einschalten, um vorzugeben, es sei jemand zu Hause. Den professionellen Tätern entlockt dies jedoch meist nur ein müdes Lächeln. Echte Anwesenheitsimulation funktioniert anders. Während Sie zu Hause sind, zeichnet das Smart Home System auf, wie Sie leben. Wenn Sie abwesend sind, spielt das Haus zufällig einen aufgezeichneten Tag ab: Deckenspots im Flur, Badezimmerbeleuchtung, Nachtischlampen, Jalousien hoch- oder runterfahren. Zudem kann auch der Fernseher und die Musik integriert werden. Das Haus wirkt somit voll bewohnt und voller unberechenbaren Personen. Ziel erreicht.

dobermannWenn der Bewegungsmelder im Garten Aktivität meldet, geht im Obergeschoss das Licht an und es ertönt ein Hundegebell aus den Lautsprechern. Das Schöne dabei ist, dass Sie Ihren Dobermann weder füttern, noch täglich Gassi führen müssen. Unterstützt wird dies durch ein Abspielen eines Hörspiels in einem Nebenraum. Sollte ein dreister Delinquent es trotzdem wagen, ein Fenster aufzustemmen, hilft es an der entsprechenden Stelle das Licht einzuschalten und mit eindringlicher (Lautsprecher-)Stimme aus der Dunkelheit „Hallo, wer ist da?!“ erklingen zu lassen. Nach einer Schrecksekunde wird er wohl fluchtartig das Grundstück verlassen. Ziel erreicht.

Sollten Sie mal zu Hause sein und verdächtige Geräusche wahrnehmen, drücken Sie einfach den Paniktaster neben dem Bett, der das ganze Haus in grellem Flutlicht erstrahlen lässt und abschreckenden Sound abspielt. Zudem werden die Jalousien hochgefahren und Fluchtwege geöffnet, damit es nicht zu unüberlegten Handlungen eines eingesperrten Täters kommt. Sie können beruhigt wieder einschlafen. Ziel erreicht.

Ein Alarmsystem als Teil eines Smart Homes leistet somit viel mehr für die Einbruchsprävention, als eine herkömmliche Alarmanlage es je zu leisten vermag. Ein Wachhund, den Sie nicht füttern müssen. Mit dem hat der Einbrecher nicht gerechnet.

 

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