Den Begriff der Ergonomie kennen wir alle bestens aus dem Alltag. Wir legen z.B. Wert auf einen ergonomischen Arbeitsplatz. Für die optimale Ergonomie eines Autointerieurs und Armaturenbrettes wenden Ingenieursstäbe Monate und Jahre auf. Ergonomie hat einen direkten Einfluss darauf, wie effizient und komfortabel wir ein Gerät oder System nutzen können. Abstrakt formuliert ist das Ziel der Ergonomie laut Wikipedia, „die Arbeitsbedingungen, den Arbeitsablauf, die Anordnung der zu greifenden Gegenstände (Werkstück, Werkzeug, Halbzeug) räumlich und zeitlich optimiert anzuordnen sowie die Arbeitsgeräte für eine Aufgabe so zu optimieren, dass das Arbeitsergebnis (qualitativ und wirtschaftlich) optimal wird und die arbeitenden Menschen möglichst wenig ermüden oder gar geschädigt werden, auch wenn sie die Arbeit über Jahre hinweg ausüben.“

Doch was bedeutet Ergonomie im Smart Home? Nach über fünf Jahren und vielen realisierten Projekten im Markt für Premium Smart Homes, habe sich für uns folgende Aspekte als zentral herauskristallisiert:

1) Ergonomie der Bedienelemente
Ein Smart Home wird typischerweise über Wandtaster und eine Visualisierung bedient. Diese Elemente müssen nicht nur elegant im Design sein, sondern einfach, logisch und kontextbezogen in der Bedienung. Das heisst zum Beispiel für die Belegung eines Wandtasters, dass auch ein Gast nach kurzer Zeit das „Prinzip“ der Bedienung begriffen hat. Das aus den frühen Jahren des Personal Computers der 1970er Jahre bekannte Akronym WYSIWYG („what you see is what you get“) bedeutet für eine Visualisierung des Smart Homes, dass der Benutzer Grundrisse und Räume sofort darin wiedererkennt und entsprechend einfach herausfindet, welches Piktogramm er drücken muss, um ein bestimmtes Licht einzuschalten.

2) Ergonomie der Systemarchitektur
Bussysteme wie KNX im Hausbau oder CAN im Automobilbau haben sich als sehr ausfallsichere und zudem kabelsparende Architekturen zur Steuerung von komplexen Systemen bewährt. Der Verzicht auf eine zentrale Steuereinheit erhöht die Zuverlässigkeit des Smart Homes enorm. Eine einfache Wartung und der schnelle Austausch einzelner Module im Falle eines Defektes sind zudem wichtige Kriterien für die Ergonomie eines Smart Home Systems (ja, die Wartung gehört auch zur Ergonomie…).

3) Ergonomie der Integration
Verschiedene Systeme oder Gewerke im Haus wie z.B. Licht, Storen und Alarmsystem haben einen logischen Bezug zueinander. Leider sind diese Bereiche aber in vielen Häusern technisch nicht miteinander verknüpft. Das Verbinden dieser Systeme bringt entschiedene Vorteile in der Ergonomie, wie zum Beispiel, dass in der Nacht beim Löschen aller Lichter „Szene Schlafen“ der Hausbewohner wahrscheinlich auch noch einige Storen geschlossen haben möchte und – sofern er eine Alarmanlage hat – diese scharf gestellt sein soll. Smart Home hilft hier Abläufe zu vereinfachen und zu kombinieren.

4) Ergonomie der Langlebigkeit
Auf der einen Seite ist es die Investitionssicherheit und auf der anderen Seite schlicht die Tatsache, dass wir uns an Geräte gewöhnen und diese daher auch möglichst über viele Jahre nutzen möchten. Wer kennt das Phänomen nicht, dass wir bei neuen Microsoft-Produkten jeweils viel Zeit brauchen, bis wir wieder gleich schnell und effizient wie mit der Vorgängerversion arbeiten können. Bei einem Smart Home muss also erst recht auf die Wahl langlebiger Technologien und Produkte geachtet werden.

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Man kann klar sagen: Das Smart Home bzw. unser Wohneigentum ist sicher eine der grössten und teuersten Anschaffungen unseres Lebens. Wir benutzen ein Haus typischerweise sehr intensiv und über viele Jahre. Es kann daher nicht genug betont werden, wie wichtig eine gute Ergonomie im Smart Home ist. Sie trägt wesentlich zu unserem Wohlfühlen und Komfort im Alltag bei, sprich zu unserer Lebensqualität!

Bilder: TENSE Top Design Switches, Belgien

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